Kategorien-Archiv Praxis

VonNiklas Vath

Niederrheinisches Freilichtmuseum vermeidet 16,2 Tonnen CO2-Emissionen

Teilnahme am Projekt ÖKOPROFIT schont Klima und Kosten

Einsparungen von 32.000 Kilowattstunden Energie, 9.500 Euro und 300 Kubikmeter Wasser sowie die Vermeidung von 16,2 Tonnen CO2-Ausstoß – das ist die jährliche Bilanz des Niederrheinischen Freilichtmuseums des Kreises Viersen seit der Teilnahme am Projekt ÖKOPROFIT.

Bei ÖKOPROFIT handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Kreis Viersen, den Städten und Gemeinden im Kreis sowie der örtlichen Wirtschaft. Ziel des Projekts ist es, Unternehmen und soziale sowie kulturelle Einrichtungen bei der Senkung der Betriebskosten durch Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Das Niederrheinische Freilichtmuseum war Teil der Projektrunde 2020/2021.

„Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Phänomen mehr, sondern auch bei uns am Niederrhein spürbar. Daraus ergibt sich auch für uns als Kreis die Pflicht, klimagerecht zu handeln und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen. Im Rahmen von ÖKOPROFIT hat das Kreismuseum daher verschiedene Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Museumsbetrieb umgesetzt. Dazu gehören die Umrüstung der Museums-Beleuchtung auf LED, die Einrichtung eines Brunnens auf dem Museumsgelände zur Bewässerung der Grünflächen oder die Digitalisierung des Rechnungsworkflows und Faxempfangs.

Ein weiterer Schritt hin zu mehr Klimaschutz wurde durch den Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage gemacht. Mithilfe der Anlage auf dem Schleppdach des Spielzeugmuseums werden jährlich rund 20.000 Kilowattstunden Strom produziert, der zu 95 Prozent selbst vom Freilichtmuseum verbraucht wird. „Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von fünf 4-Personen-Haushalten. Die Bilanz aller Maßnahmen zeigt deutlich, dass sich Klimaschutz lohnt“, hebt Niklas Vath, Energiemanager des Kreises Viersen, hervor.

„Als Bildungs- und Kultureinrichtung ist uns im Niederrheinischen Freilichtmuseum besonders auch der pädagogische Aspekt der Umweltbildung wichtig. Deshalb möchten wir, dass die Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen für Themen wie Umweltschutz, Klima und Nachhaltigkeit auch langfristig einen festen Platz im museumspädagogischen Angebot des Museums findet“, so Anke Petrat, Leiterin des Niederrheinischen Freilichtmuseums.

VonPressestelle

Kreis Viersen nutzt Madaster-Plattform und geht nächsten Schritt im Sinne der Kreislaufwirtschaft

Der Kreis Viersen nutzt zukünftig die Madaster-Plattform, um Neubauten und Bestand im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu dokumentieren. Dabei wendet der Kreis die Planungs- und Koordinationsunterstützung durch Building Information Modeling (BIM) an. Die Realisierung kreislauffähiger Gebäude sowie die Wiederverwendung von Materialien wird so weiter gefördert. Madaster ist das globale Kataster für Materialien, Gebäude und Infrastrukturen.

Der Kreis Viersen baut nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung. Als erstes Projekt wird das Kreisarchiv am Ransberg in Viersen nach diesen Grundsätzen gebaut. Alle Baustoffe und Einrichtungsgegenstände sollen wiederverwendbar sein, das Gebäude wird zeitweise mehr Energie erzeugen als es verbraucht. In einem weiteren Schritt werden die eingebauten Materialien und Bauteile nun auf Madaster – dem digitalen Kataster für Materialien – gespeichert. Dieser Prozess wird durch die konsequente Anwendung von BIM in allen Neubauten des Kreises erleichtert.  Madaster bietet einen automatischen BIM-Upload, sodass die Informationen des Architekten und Planers direkt auf Madaster gespeichert und hinsichtlich CO2-Emissionen, Zirkularität und Rohstoff-Wert analysiert und berichtet werden können.

Madaster schafft Transparenz über Materialwerte und bietet eine vertrauenswürdige Datenquelle. Gleichzeitig etabliert sie ein Ökosystem, das auf Marktplätzen Produkte, Architekten, Projektentwickler, Banken, Asset Manager und die öffentliche Hand zusammenbringt. Alle Akteure können sich einbringen und ihre Dienste über die Plattform zugänglich machen.

„Mit dem Bau des Kreisarchivs in Viersen übernimmt der Kreis Viersen Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Neben dem Erhalt von Vergangenem setzt das Archiv auch ein Zeichen für die Zukunft. Auf der deutschen Seite der Grenze haben wir in unserer Region den notwendigen Wandel für den Erhalt unserer Umwelt eingeleitet. Mit seiner ausdrucksstarken Architektur und konsequenten Ausrichtung an den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung ist das neue Kreisarchiv wegweisend”, so Landrat Dr. Andreas Coenen.

„Ohne allgemein verfügbare Informationen zu den verbauten und in Zukunft wiederverwendbaren Baustoffen kann weder ein Markt für Sekundärbaustoffe entstehen noch eine Transformation der Bauwirtschaft im Sinne einer zirkulären Wertschöpfung gelingen. Dabei ist der Erhalt unserer Baustoffe und der enthaltenen Energie von essentieller Bedeutung, um die nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Madaster für uns ein großer Schritt vorwärts”, sagt Jan van der Fels, BIM-Manager beim Kreis Viersen.

„Es freut uns sehr, dass mit dem Kreis Viersen ein Vorreiter beim Thema Kreislaufwirtschaft und BIM aus der öffentlichen Hand die Madaster-Plattform nutzt, um Materialien und Bauteile zu dokumentieren.  Im Neubau können wir so Gebäude zu Materialbanken und im Bestand das anthropogene Lager, also die urbane Mine sichtbar machen.“ Dr. Patrick Bergmann, Geschäftsführer Madaster Germany.

Über den Kreis Viersen

Der Kreis Viersen liegt als Landkreis an der niederländischen Grenze zwischen den Städten Venlo und Düsseldorf. Bereits 2017 ist die Entscheidung gefallen den Neubaus des Kreisarchivs strategisch für eine Wiederverwendung der enthaltenden Stoffe zu gestalten. Um eine konsequente Wiederverwendung der in seinen Gebäuden gebundenen Materialien umzusetzen, setzt der Kreis Viersen auf digitale Arbeitsmethoden. Damit zeigt der Kreis Viersen, das BIM und die bereits von der EU forcierte „Circular Economy“ nicht erst Themen der Zukunft sind.

Über Madaster

Madaster ist die globale Online-Plattform, die den zirkulären Einsatz von Produkten und Materialien in der Bauwirtschaft ermöglicht. Die Madaster-Plattform bietet Immobilieneigentümern und anderen Stakeholdern die Möglichkeit, Daten ihrer Immobilien zu speichern, zu verwalten, anzureichern und auszutauschen. Madaster verarbeitet automatisch IFC-Dateien (BIM-Software) und reichert diese mit Daten aus anderen öffentlichen und nicht-öffentlichen Quellen an. Madaster schafft Transparenz über Materialwerte durch die Erstellung von Materialpässen. Die Plattform generiert Einblicke in die finanzielle Bewertung, den gebundenen Kohlenstoff, die Toxizität und das Wiederverwendungspotenzial der verwendeten Materialien, Komponenten und Produkte. Die Datensicherheit, der Datenschutz und die Verfügbarkeit werden von einer unabhängigen Stelle, der Stichting Madaster Foundation, überwacht.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Madaster Germany GmbH, Dr. Patrick Bergmann, media@madaster.de, +49 (0)172 76 95 009, www.madaster.de.

VonPressestelle

Kreis Viersen ist Praxispartner des Forschungsprojektes „MobiDik“

Der Kreis Viersen beteiligt sich als Praxispartner am Projekt „Entwicklung einer Mobilen und Digital vernetzten Lernfabrik im Handwerk 4.0“ (MobiDik), das es sich zum Ziel gesetzt hat, Kompetenzen für digitale Arbeitsmethoden in das Handwerk zu bringen. Es entsteht im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein Konzept, das zeigt, wie relevante Fähigkeiten in der Realität des Arbeitsalltags des Handwerks etwa auf einer Baustelleerlernet werden können. Das Projekt wird vom BMBF gefördert.

 Neben dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und der Kreishandwerkerschaft Soest ist auch der Kreis Viersen Praxispartner für dieses Forschungsprojekt. Dadurch werden auch kleinere Organisation mit deren meist kleineren, ausführenden Unternehmen und dazugehörigen Anforderungen in diesem Projekt berücksichtigt. Der starke Fokus auf die Einsparung von Ressourcen im Forschungsprojekt erzeugt eine große Schnittmenge zu der Zielsetzung des Kreises in seinen Bauprojekten. Zum Einstieg des Kreises Viersen in das Forschungsprojekt hat die Forschungsgruppe des Projektes MobiDik im Anschluss eines Workshops auch gleich das Kreisarchiv in Viersen besichtigt.

Im Rahmen des Projekts hat sich ein interdisziplinäres Team gebildet, das seine jeweilige Expertise in verschiedenen Arbeitspaketen einbringt. Neben dem didaktischen Konzept wird auch ein mobiler Lernraum sowie die erforderlicher Hard- und Software aufeinander abgestimmt (durchgeführt von mpool consulting GmbH). Um den Anforderungen auf der Baustelle gerecht zu werden, werden Anwendungsfälle für die Nutzung von Augmented Reality entwickelt (RIF Institut für Forschung und Transfer e.V.). Die für den Bau erforderlichen Daten sollen in einer gemeinsamen Datenumgebung mit Hilfe einer auf der Blockchain basierenden Technologie gesammelt und nutzbar gemacht werden (NUCE Consulting GmbH). So soll die BIM-Methode und die darin gängige Verwendung von Kommentaren in den Gebäudemodellen auch auf die Mobiltelefone der Handwerker und somit auf die Baustellen gebracht werden. Dies soll helfen, mangelhafte Ausführung frühzeitig zu vermeiden. Durch Baumängel entstehen jedes Jahr etwa 11 Mrd. Euro Schaden und es entfallen etwa 7 Prozent (14 Mio. Tonnen) der Baustellenabfälle auf Falschlieferungen, Zerstörung oder andere Mängel. Mit Hilfe dieser Daten sollen neben der Verbesserung der Ausführungsqualität auch die organisatorischen Prozesse im Handwerk unterstützt werden (IGA mbH). Denn nur etwa 30 Prozent der Arbeitszeit gehen Handwerker derzeit überhaupt ihrer eigentlichen Tätigkeit nach. Ein Großteil der Arbeitszeit wird für z.B. Materialtransporte, Einkauf, Absprachen oder auch der Abrechnung der Bauleistungen aufgewendet.

Weitere Anwendungsfälle, welche im Rahmen des Forschungsprojektes in der gemeinsamen Datenumgebung integriert werden sollen, ist die modellgestützte Ökobilanzierung (ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH). Zudem entsteht ein Umweltrechtskonformitätsassistent durch die Circular Building UG, der während der Planung und des Betriebs dabei unterstützt die umweltrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

VonPressestelle

3. C2C Congress in Mönchengladbach

Am 4. November fand in Mönchengladbach der 3. Cradle to Cradle Congress 2021 statt. Thematische Schwerpunkte der letzten Etappe in der Kaiser-Friedrich-Halle waren insbesondere die städtische und regionale Entwicklung und der Beitrag der kommunalen Akteure zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle.

Rund 150 Teilnehmende vor Ort sowie etwa 200 Teilnehmende im Live-Stream nahmen an der Veranstaltung teil, die auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Svenja Schulze stand. Neben Berichten zu ersten Erfahrungen und Erfolgen berichteten Unternehmen und Kommunen von Bauprojekten, aber auch zum Vorgehen C2C-gerechter Beschaffung von beispielsweise Schreibwaren und Verbrauchsgütern oder der Ausschreibung von Reinigungsleistung.

Im Rahmen des Kongresses stellte die Gastgeberin, die Cradle to Cradle NGO, auch die in einem zweijährigen Prozesse erarbeitete HandreichungC2C im Bau: Orientierung für Kommunen“ vor. Gemeinsam mit der NORDAKADEMIE hat die C2C NGO die Inhalte konzeptioniert und unter Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Autoren und fachlich Mitwirkender die wichtigsten Informationen zu diesem Thema Zusammengetragen. Die Besonderheit dieser Publikation ist die Veröffentlichung in Form einer Internetpräsenz, die so den Leserinnen und Lesern einen leichten Zugang zu dem Gebiet und den anstehenden Aufgaben ermöglicht. Der Leitfaden soll künftig stetig weiterentwickelt werden. Zu finden ist die Handreichung unter: www.C2C-bau.org

„Die kommunalen Gebietskörperschaften können als Bauherr, Genehmigungsbehörde und in der Stadtplanung die notwendige Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle vorantreiben“, weiß Projektmanagerin Lena Junker von der C2C NGO. „Kommunen sind aber nicht nur in einer Vorbildfunktion, sondern profitieren selbst in urbanen Räumen und vor allem auch in ländlichen Regionen von dem Ansatz C2C. Denn durch den Fokus auf Qualität für eine echte Kreislaufführung schon beim Design von Produkten anstatt, dass über ein Recycling erst nach ihrer Nutzung nachgedacht wird, wird die hochwertige Wiederverwendung von Ressourcen ermöglicht. Dies entkoppelt das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch und wertet die Lebensräume der Bevölkerung auf. Daher haben wir auch das Netzwerk Cradle to Cradle Regionen gegründet“, ergänzt Lorena Zangl, Referatsleiterin für Kommunale Entwicklung bei der C2C NGO.

 „Dieses Engagement ist absolut begrüßenswert und im Rahmen dieser sehr gelungenen Veranstaltung gleichsam erfrischend“, lobt Jan van der Fels, BIM-Manager beim Kreis Viersen und ergänzt: „Sehr gerne habe ich daher stellvertretend für den Kreis Viersen bei der Handreichung für die Kommunen mitgewirkt und schätze die gegenseitige Unterstützung.“

 

VonBenedikt Giesbers

Neues Lichtkonzept für das Spielzeugmuseum des Niederrheinischen Freilichtmuseums

Auf Knopfdruck geht das Licht in der Manege des Zirkus Althoff an und die Zirkuswagen leuchten auf: Das umfangreiche Miniatur-Zirkusmodell ist eines der Highlights im Spielzeugmuseum des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Trägerschaft des Kreises Viersen. Die Besucher können die Details – nicht nur im Zirkuszelt – nun noch besser sehen. Denn das gesamte Spielzeugmuseum hat ein modernes Lichtkonzept mit LEDs erhalten.

„Die Renovierung bringt viele Vorteile: Durch die LEDs ist es heller und die Besucher sehen deutlich mehr. Die Farben der Ausstellungsstücke wirken durch die hohe Farbwiedergabe deutlich besser und ein Verblassen ist ausgeschlossen. Und nicht zuletzt sind die Lampen effizienter: Das spart Energie und Stromkosten.“
Landrat Dr. Andreas Coenen.

Durch die neue Beleuchtung kann 70 Prozent der bisherigen Energie eingespart werden – die Kosten sinken um rund 4.000 Euro jährlich. „Die Renovierung war nötig, um das Lichtkonzept energetisch sowie technisch den heutigen Anforderungen anzupassen“, sagt Niklas Vath, Energiemanager im Gebäudemanagement des Kreises. Die neue LED-Beleuchtung besteht aus Panels, LED-Streifen, Spots und Strahlern. So kann jeder Ausstellungsbereich individuell beleuchtet werden. Per App können die Mitarbeiter jede Leuchte einzeln ansteuern und heller oder dunkler stellen – etwa, wenn einzelne Ausstellungsstücke ausgetauscht werden. „Durch die Ansteuerung einzelner Lampen können wir bei Führungen beispielsweise den Fokus auf bestimmte Vitrinen lenken“, sagt Museumsleiterin Anke Petrat.

Neue LEDs im Spielzeugmuseum

Auf Knopfdruck erhellen die neuen LEDs die Ausstellungsstücke

Die Kosten der Beleuchtungserneuerung belaufen sich auf rund 35.000 Euro. 25.000 Euro davon trägt die Sparkassenstiftung für Natur und Kultur Kreis Viersen der Sparkasse Krefeld.

„Die Stiftung Natur und Kultur Kreis Viersen hat das Freilichtmuseum gerne zum wiederholten Male aus ihren Erträgen unterstützt. Wir freuen uns, dass das nun sichtbare sehr ‚erhellende‘ und erfolgreiche Ergebnis der neuen Beleuchtung künftig ein Gewinn für alle Besucher beim Betrachten der Exponate sein wird.“
Dr. Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld

Das Spielzeugmuseum
Als „Museum im Museum“ zeigt das Spielzeugmuseum des Niederrheinischen Freilichtmuseums auf drei Etagen Spielzeug aus drei Jahrhunderten. Die Exponate sind in Themenbereiche gegliedert und zeigen Aspekte der Spielkultur. Die Ausstellungsstücke zeigen Typisches, Wertvolles, Seltenes, aber auch Unbekanntes, Selbstgemachtes und Überraschendes. Die Bandbreite reich von historischen Puppen und Fahrzeugen bis hin zu modernen Brett- und Computerspielen.

VonBenedikt Giesbers

Kreisarchiv nimmt weiter Form an – auch digital

Wer regelmäßig am Ransberg in Viersen vorbeikommt, dem ist der Baufortschritt des neuen Kreisarchives aufgefallen: Das Kellergeschoss ist fertiggestellt – jetzt nehmen die oberen Etagen Konturen an. Wie das fertige Gebäude aussehen wird, zeigt eine neue detailgetreue 3D-Visualisierung. Der Neubau des Kreisarchivs ist voll im Zeitplan. Die Wände des Untergeschosses stehen und die Bodenplatten sind abgedichtet. Auch die Stützen für die erste Etage des zentralen Archivgebäudes wurden errichtet.

„Das Gebäude nimmt immer mehr Form an. In den nächsten Monaten wird rund alle drei Wochen ein neues Geschoss entstehen. Mit dem komplett nachhaltigen und klimafreundlichen Bau beschreiten wir neue Wege. Dass uns das bisher so gut gelingt, ist nur durch die engagierte Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich.“
Landrat Dr. Andreas Coenen

Bis Jahresende erfolgen die letzten Tiefbauarbeiten sowie die Fertigstellung der Fassade, des Klinkers und der Außenhaut. Im Frühjahr 2021 wird abschließend der Außenbereich angelegt. Im nächsten Sommer sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Innenansicht

So wird das neue Kreisarchiv von Innen aussehen.

Schon jetzt geben 3D-Visualisierungen des Neubaus realitätsnahe Einblicke in das fertige Gebäude. Durch die softwarebasierte Simulation von Geometrie, Materialeigenschaften und Belichtung entstehen mittels des sogenannten Architekturrenderings fotoähnliche Bilder. „Über die digitale Modellierung und das Zusammenspiel von Licht und Schatten fängt die Methode die Atmosphäre eines Gebäudes ein – und erweckt so einfache Skizzen und Grundrisse zum Leben“, erklärt Jörg Papenkort, Leiter des Gebäudemanagements Kreis Viersen.

Die 3D-Visualisierungen ergänzen den digitalen und nachhaltigen Ansatz des neuen Kreisarchivs. Um möglichst ressourcenschonend zu bauen, wurde für die Planung und Dokumentation über das das Building Information Modeling (BIM) ein „digitaler Zwillings“ des Gebäudes erstellt. Darüber hinaus entsteht der Neubau nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung: Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft sind alle verwendeten Materialen rückbaubar und wiederzuverwenden.

VonBenedikt Giesbers

BIM-Konferenz des Kreises Viersen: Digital Planen und Bauen

In der letzten Woche fand die zweite Veranstaltung unserer BIM-Reihe im Kreishaus in Viersen statt. Unter dem Motto „Digital Bauen mit BIM: Digital Planen und Bauen“ kamen wir mit Architekten und Mitarbeitern der Planungsbüros zusammen, um uns zum Building Information Modeling auszutauschen. Aufgrund der Corona-Pandemie allerdings mit nur wenigen Gästen bei uns im Kreishaus, dafür aber mit vielen Interessierten per Livestream.

Obwohl die BIM-Methode viele Vorteile hat, sind wir als Kreis Viersen einer der wenigen Vorreiter hinsichtlich der Nutzung. Um einen Erfahrungsaustausch unter den Kommunen sowie die Verbreitung der Methode zu fördern, haben wir eben jene BIM-Reihe ins Leben gerufen. Im Dezember folgt eine dritte Veranstaltung – dieses Mal mit den Herstellern und ausführenden Firmen.

„Wir haben mit BIM durchweg positive Erfahrungen gemacht. Dieses Wissen geben wir gerne weiter. Aktuelle Themen und neue Technologien leben vom Austausch.“ (Landrat Dr. Andreas Coenen)

Innerhalb der BIM-Methode werden alle relevanten Bauwerksdaten digital erfasst, modelliert und kombiniert. Alle Fachplaner erstellen dazu Informationsmodelle, welche für die Koordination und Integration in nur einem Modell überlagert werden. Durch die strukturierte Erfassung aller relevanten Informationen entsteht ein „digitaler Zwilling“ des Gebäudes, der über den Bau hinaus auch für den Gebäudebetrieb nutzbar ist. Mit dem Kreisarchiv entsteht aktuell unser erstes Gebäude, das unter Anwendung dieser Methode geplant wurde.

Nachhaltiges Bauen ist ein zentrales Element unserer Klimastrategie – unter anderem mit dem Ziel, im Jahre 2040 als Kreisverwaltung klimaneutral zu sein.

VonBenedikt Giesbers

Länderübergreifende Elektromobilität: SHAREuregio Unplug&Go auf Tour

Seit zwei Jahren läuft das Pilotprojekt SHAREuregio. Das Ziel: Ein zukunftsweisendes, rein elektrisches Car- und Bikesharing-System zu entwickeln und in der Grenzregion zu etablieren. Vor einigen Tagen ging die Elektroflotte in den Niederlanden und Deutschland auf Roadshow und machte auch vor dem Kreishaus in Viersen Halt. Wir haben gemeinsam mit der Gemeinde Niederkrüchten und der Stadt Tönisvorst die ersten E-Fahrzeuge entgegengenommen. Für unseren Fuhrpark sind das zunächst drei E-Autos. Insgesamt kommen in beiden Ländern aber 40 E-Autos und E-Bikes zum Einsatz.

Gestartet war die Tour im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche. Für das Projekt haben wir uns mit den Städten Mönchengladbach, Roermond und Venlo zusammengeschlossen. Weitere Beteiligte sind die NEW AG und die FH Aachen.

SHAREuregio – Landrat Dr. Andreas Coenen mit einem der Fahrzeuge für den Kreis Viersen.

In den letzten beiden Jahren wurde hinter den Kulissen viel gearbeitet: Von der wissenschaftlichen Grundlagenarbeit und einer Machbarkeitsstudie über die Umrüstung der Fahrzeuge, die zukünftig nur per App bedient werden, bis hin zur Erarbeitung eines Geschäftsmodells und der Anpassung der jeweiligen Sharing- und Ladesysteme.

Wie geht es weiter? Nach einem erfolgreichen Start von SHAREuregio in Roermond, testen wir (zusammen mit Niederkrüchten und Tönisvorst) die E-Fahrzeuge als Teil unseres Fuhrparkes. Anschließend sollen auch alle Bürger abends und an den Wochenenden die Gelegenheit bekommen, das E-Auto für Fahrten zu nutzen.

VonNiklas Vath

Fahrrad-Parker in der Kreishaus-Tiefgarage

Seit ein paar Monaten sind 60 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Tiefgarage und unter den Parkplatzeingängen vorhanden.

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

Durch die ADFC-zertifizierten Abstellanlagen werden Räder nun geordnet und platzsparend abgestellt. Durch 14 Anlehnbügel haben auch Fahrräder mit Gepäcktaschen, Körben oder Kisten genügend Platz und können trocknen sowie sicher abgestellt werden. Auch das Laden von E-Bikes ist durch fünf Steckdosen sichergestellt.

Wie unsere Fotos zeigen, werden die Fahrrad-Parker gerade in den sonnigen Monaten voll ausgenutzt. Immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fahren nun mit dem Rad zur Arbeit. Eine tolle Entwicklung!

VonNiklas Vath

Elektroladestationen in der Tiefgarage des Kreishauses

„Hier Strom tanken“ ist nun auch für Dienstfahrzeuge und Mitarbeiter-PKW´s mit Elektro- oder Hybridantrieb in der Tiefgarage des Kreishauses möglich.

Hierzu wurde zunächst eine großzügige Infrastruktur mit Trafostation sowie Stromverteilung errichtet. Anschließend konnten 16 Wallboxen mit je 22 kW an den Start gehen.

Aktuell sind 15 Wallboxen belegt, sodass in diesem Jahr noch auf 26 Ladestationen erweitert wird. Durch diese Lademöglichkeiten tragen wir zum Ausbau der Elektromobilität bei.