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VonBruno Wesch

Erste Konferenz „Kommunal bauen mit BIM”

 

Erste Konferenz „Kommunal bauen mit BIM – Digital und nachhaltig“

am 26. Februar 2020 im Forum Kreis Viersen

 

Die Moderation und charmante, informative Führung
durch die Gesamtkonferenz übernahm Conny Czymoch.
Conny Czymoch – moderation.mediencoaching.engagement –
ist eine unabhängige und international tätige Moderatorin und Journalistin und im Konferenzthema sehr bewandert.

 

 

Landrat Dr. Coenen verwies in seiner Begrüßung auf die nachhaltige Klimastrategie des Kreises mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040. In diesem Zusammenhang ist BIM ein wichtiger Baustein. Der Kreis Viersen hat sich bei dem Planen und Bauen von öffentlichen Gebäuden dem Building Information Modeling und der zirkulären Wertschöpfung verschrieben. Mit drei Pilotprojekten, zunächst dem bereits im Bau befindlichen Neubau des Kreisarchivs und den in Planung befindlichen Projekten eines Straßenverkehrsamts und einer Förderschule, sammelt der Kreis Viersen Erfahrungen mit der Implementierung von Building Information Modeling (BIM) in kommunaler Verantwortung. Die Pilotprojekte sollen auch die Verantwortlichen in den Kommunen dazu anregen, sich mit einem verantwortungsvollen und damit zukunftsorientierten Umgang mit Ressourcen zu   befassen. “Ohne BIM geht es nicht“ stellte er die Wichtigkeit der Umsetzung von neuen digitalen Prozessen im kommunalen Umfeld dar.

 

Das dieses Thema auch in NRW eine große Rolle spielt, machte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung NRW in ihrer Eröffnungsrede zur Konferenz deutlich. Besonders hob sie die Einzigartigkeit und den Umsetzungswillen des Kreises Viersen hervor, gleich zwei wichtige Themen (BIM / Zirkuläre Wertschöpfung) in NRW nach vorne zu bringen. Wichtig ist eine praktische Umsetzung: „Einfach mal machen“. „Wenn man sich auf neue Wege begibt, darf man auch Fehler machen und daraus lernen“, mit diesen Worten machte sie in Anwesenheit von Landrat Dr. Andreas Coenen den einhundert Teilnehmern Mut. Die geänderten klimatischen Rahmenbedingungen stellen auch eine neue Herausforderung an moderne ressourcenschonende Bauweisen dar. „Wir bauen für den Menschen“ hob sie die Erfüllung von Nutzeranforderungen hervor.

 

 

 

Annette von Hagel, Geschäftsführender Vorstand re!source Stiftung e.V. war eigens aus Berlin angereist um zum Thema “Ohne Dokumentation geht es nicht” auf die Wichtigkeit einer umfassenden und aussagekräftigen Dokumentation der verbauten Materialien und deren geplanter Wiederverwendung zu referieren.  „Das Bauen an sich muss sich nachhaltig ändern“ mit diesen Worten macht Frau von Hagel auf die Einführung neuer Konzeptionen, aussagekräftigerer Dokumentationen und einer innovativen Produktgestaltung aufmerksam. Bereits im Bestand verbaute Ressourcen müssen besser genutzt werden.

Besonderer Grund ihrer Anreise war auch die persönliche Überreichung der Mitgliedsurkunde der   re!source Stiftung e.V. an Landrat Dr. Coenen. Wie aktuell sich der Kreis Viersen mit diesem Thema befasst, zeigt die Nummer 1 der Mitgliedsurkunde. Durch die Mitwirkung in der Arbeitsgruppe 4 – zum Thema „Dokumentation“ fließen praktische Erfahrungen durch den Kreis in die Stiftungsarbeit ein.

 

 

 

Bruno Wesch, Leiter des Gebäudemanagement Kreis Viersen, erläuterte in seinem Vortrag die wesentlichen Vorteile dieser digitalen Arbeitsmethode. Erst mit dem „Digitalem Zwilling“ virtuell und dann real bauen ist eine wichtige Grundvoraussetzung um Fehler und entsprechende Kostenüberschreitungen zu vermeiden.

„Einfach mal machen! BIM braucht PRAXIS-ANWENDUNG!“ mit diesen Worten unterstreicht er die Notwendigkeit BIM im kommunaler Anwendung. Mit „BIM – Keep it simple“ und „BIM – Kommunal“ möchte Herr Wesch die Konferenzteilnehmer zum kommunalen Austausch motivieren.

 

 

 

In den anschließenden drei runden Tischen konnten sich die Teilnehmer der ausgebuchten Fachtagung über die praktische Anwendung von BIM informieren.

1. Runder Tisch: Hier informierte Jan van der Fels (BIM-Manager, Kreis Viersen) über Planung und Bau des Kreisarchivs. Hierbei stellte er im Detail die gewonnenen Erfahrungen durch den ersten Einsatz der BIM-Methode bei der Planung des Kreisarchives vor. Auch die Vorteile eines 3D-Scan im Bestand wurden seinerseits erläutert.

 

 

2. Runder Tisch: Seine erste BIM – Planung einer kommunalen Immobilie stellte Alexander Döring (plancom GmbH, Elektrotechnik) vor. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat man im laufenden Projekt die Möglichkeiten vom BIM schnell erkannt. Der in den ersten Leistungsphasen höhere Aufwand wird in der weiteren Bearbeitung minimiert, da die Grundlagen bereits einen sehr hohen Detailierungsgrad besitzen. Vorteilhaft war aus seiner Sicht der kooperative Umgang, den er bisher im Projekt erfahren hat.

3. Runder Tisch: Über nachhaltiges Bauen mit BIM im Holzbau informierte Markus Derix (W. u. J. Derix GmbH & Co., Holzleimbau). Wir stellen konstruktive Brettschichtholz-Träger her, die in der Regel für großformatige Dachtragwerke für Hallenkonstruktionen eingesetzt werden. Heute liegt der Produktionsschwerpunkt auf dem Produkt „X-Lam“. Hierunter versteht man großformatige Platten mit denen komplette Gebäude errichtet und die als Wand-, Decken- und Dachplatten genutzt werden können. Die Produktion erfolgt über CNC-Maschinen, die ihre Daten aus den BIM-Modellen erhalten. „Durch den Einsatz von BIM, auch auf Bauherren und Planer Seite, wächst eine kooperative Zusammenarbeit“, sagt Markus Derix „Vorher sehen, was man hinterher bekommt“. Besonderes Augenmerk legt die Firma Derix jedoch auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte und der Produktion, sowie deren Wiederverwendungsmöglichkeit.

 

Bei einer Meinungsumfrage unter den Beteiligten stellte sich z.B. heraus, dass man sich von der Arbeit mit dem „digitalen Zwilling“ vor allem eine Optimierung im Betrieb und eine bessere Dokumentation erwartet. Auf die Frage, was Kommunen daran hindert, mit BIM anzufangen, antworteten 81 Prozent, dass dies an fehlendem Wissen und Personal liege. Die dringendste Aufgabe für den kommunalen Bauherrn sei neben dem Klimaschutz die Betreiberverantwortung.

 

Vor allem – und das zeigten auch die intensiven Gespräche und Diskussionen während der Konferenz, die am 10. Juni 2020 und 30. September 2020 fortgeführt wird – liegt den kommunalen Entscheidern an einem intensiven Erfahrungsaustausch.

An dieser Stelle noch ein besonderer Dank an die Organisation und Betreuung der Fachtagung durch Martina und Michael Schütz (Congress und Presse).

  

Voranmeldungen zu den beiden vorgenannten Fachkonferenz können bereits jetzt unter https://congressundpresse.de/kontakt/ erfolgen.

Impressionen zur ersten BIM – Konferenz finden Sie hier:

Alle Fotos dieses Blogbeitrages  © Henning Angerer

VonFabian Schmitz

Papierlose Rechnungsbearbeitung – Kreisverwaltung spart 31.000 Liter Wasser und 635 kg Co2-Emissionen

Rückblick – Wie Rechnungen bisher bearbeitet wurden:

Eine zweiseitige Rechnung gelangt über drei Stationen per Hauspost auf den Schreibtisch des Sachbearbeiters. Er füllt den Anordnungsvordruck am Rechner aus und druckt ihn aus – zwei Mal, da eine Ausfertigung für die eigene Akte benötigt wird. Auch die Rechnung wird für die Akte kopiert. In einem blauen Umlaufmäppchen werden die Originale wiederum über vier bis fünf Stellen transportiert, bis der Rechnungsbetrag ausgezahlt werden kann.

Auf diesem Weg tragen die Mitarbeitenden die ausgedruckten Kontierungsdaten händisch in das Finanzbuchhaltungssystem ein. Der entstehende Buchungsbeleg wird wieder ausgedruckt, damit er zusammen mit der Rechnung und dem Anordnungsvordruck zu Archivzwecken eingescannt werden kann. Macht insgesamt sechs Seiten Papier und einige Meter Fußweg.

Ein Auszahlungsbetrag – sechs DIN-A4-Blätter.

Heute – Wie Rechnungen zukünftig bearbeitet werden: Nachhaltig!

Die Einführung des Rechnungsworkflows ist mit der Fortbildungsstelle und der IT-Beschaffung gestartet und wird derzeit an den Schulen des Kreises umgesetzt. Durch den digitalen Rechnungsworkflow wird die Rechnung vollelektronisch bearbeitet, das heißt: Es wird kein einziger Ausdruck benötigt! Lange Fußwege gehören der Vergangenheit an. So werden Papier-Rechnungen eingescannt, in ein Dokumenten-Management-System übernommen und digital freigegeben, verbucht und angewiesen. Weil der Rechnungssteller die Daten digital übermittelt, fällt auch hier kein Papier an.

Bei einem Gesamtvolumen von ca. 30.000 Rechnungen im Jahr erzielt die Kreisverwaltung potenzielle Einsparungen von mehr als 31.000 Litern Wasser, mehr als 6.500 Kilowattstunden Strom und 635 Kilogramm CO2-Emissionen.

Mit der Einführung des digitalen Rechnungsworkflows als Pilotprojekt macht der Kreis Viersen einen weiteren Schritt hin zur papierlosen Verwaltung. Außerdem bieten sich für die Mitarbeitenden viele Vorteile: Immer Einblicke in den aktuellen Bearbeitungsstand für alle Beteiligten, weniger Fußweg, verbesserte Arbeitsqualität und schnellere Prozesse.

Systemseitige Darstellung des Prozesses.

Als Mitglied des Orga-Teams ist es für mich besonders wichtig, bei der Umsetzung einzelner Teilprojekte von Anfang an dabei zu sein. Nicht zuletzt bringt die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Fachämtern sowie aus den Bereichen Finanzen und IT viele interessante Erkenntnisse und Aspekte für meine tägliche Arbeit. Ich freue mich, bestehende Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um die Nutzerfreundlichkeit des Systems nach und nach weiterzuentwickeln.

Kontierung und rechnerische Prüfung.

 

 

VonKarl Schippers

Besuch der Smart Country Convention vom 22. bis 24. Oktober in Berlin

„Digitalisierung von Verwaltung und öffentlichen Dienstleistungen“ – unter diesem Motto fand die Smart Country Convention vom 22. – 24. Oktober in Berlin statt. Karl Schippers, Leiter Büro Landrat, und Fabian Schmitz, Organisations- und Digitalisierungsexperte der Kreisverwaltung, nutzten die Gelegenheit für neue Erkenntnisse und Impulse von deutschen und internationalen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Der Kongressbesuch hat nicht nur zu einem aktuellen Blick über den Tellerrand beigetragen. Im Rahmen der Vorträge und Diskussionen ist auch deutlich geworden, dass die Kreisverwaltung mit ihren Digitalisierungsprojekten im Vergleich zu anderen Akteuren aus dem öffentlichen Sektor weiter ist als viele andere Kommunen in Deutschland. Die Erweiterung von Online-Angeboten mit vollintegriertem elektronischem Bezahlsystem sowie die medienbruchfreie elektronische Rechnungsbearbeitung sind passende aktuelle Beispiele.

Neben der Optimierung und Digitalisierung von Verwaltungsabläufen und der Ausweitung von Online-Angeboten wurden auch Themen zu Nachhaltigkeit und Mobilität angesprochen. So referierte Joschka Fischer über ein zukünftig sowohl digital als auch strukturell vernetztes Mobilitätsverständnis.

Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.