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Kreis Viersen nutzt Madaster-Plattform und geht nächsten Schritt im Sinne der Kreislaufwirtschaft

Der Kreis Viersen nutzt zukünftig die Madaster-Plattform, um Neubauten und Bestand im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu dokumentieren. Dabei wendet der Kreis die Planungs- und Koordinationsunterstützung durch Building Information Modeling (BIM) an. Die Realisierung kreislauffähiger Gebäude sowie die Wiederverwendung von Materialien wird so weiter gefördert. Madaster ist das globale Kataster für Materialien, Gebäude und Infrastrukturen.

Der Kreis Viersen baut nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung. Als erstes Projekt wird das Kreisarchiv am Ransberg in Viersen nach diesen Grundsätzen gebaut. Alle Baustoffe und Einrichtungsgegenstände sollen wiederverwendbar sein, das Gebäude wird zeitweise mehr Energie erzeugen als es verbraucht. In einem weiteren Schritt werden die eingebauten Materialien und Bauteile nun auf Madaster – dem digitalen Kataster für Materialien – gespeichert. Dieser Prozess wird durch die konsequente Anwendung von BIM in allen Neubauten des Kreises erleichtert.  Madaster bietet einen automatischen BIM-Upload, sodass die Informationen des Architekten und Planers direkt auf Madaster gespeichert und hinsichtlich CO2-Emissionen, Zirkularität und Rohstoff-Wert analysiert und berichtet werden können.

Madaster schafft Transparenz über Materialwerte und bietet eine vertrauenswürdige Datenquelle. Gleichzeitig etabliert sie ein Ökosystem, das auf Marktplätzen Produkte, Architekten, Projektentwickler, Banken, Asset Manager und die öffentliche Hand zusammenbringt. Alle Akteure können sich einbringen und ihre Dienste über die Plattform zugänglich machen.

„Mit dem Bau des Kreisarchivs in Viersen übernimmt der Kreis Viersen Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Neben dem Erhalt von Vergangenem setzt das Archiv auch ein Zeichen für die Zukunft. Auf der deutschen Seite der Grenze haben wir in unserer Region den notwendigen Wandel für den Erhalt unserer Umwelt eingeleitet. Mit seiner ausdrucksstarken Architektur und konsequenten Ausrichtung an den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung ist das neue Kreisarchiv wegweisend”, so Landrat Dr. Andreas Coenen.

„Ohne allgemein verfügbare Informationen zu den verbauten und in Zukunft wiederverwendbaren Baustoffen kann weder ein Markt für Sekundärbaustoffe entstehen noch eine Transformation der Bauwirtschaft im Sinne einer zirkulären Wertschöpfung gelingen. Dabei ist der Erhalt unserer Baustoffe und der enthaltenen Energie von essentieller Bedeutung, um die nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Madaster für uns ein großer Schritt vorwärts”, sagt Jan van der Fels, BIM-Manager beim Kreis Viersen.

„Es freut uns sehr, dass mit dem Kreis Viersen ein Vorreiter beim Thema Kreislaufwirtschaft und BIM aus der öffentlichen Hand die Madaster-Plattform nutzt, um Materialien und Bauteile zu dokumentieren.  Im Neubau können wir so Gebäude zu Materialbanken und im Bestand das anthropogene Lager, also die urbane Mine sichtbar machen.“ Dr. Patrick Bergmann, Geschäftsführer Madaster Germany.

Über den Kreis Viersen

Der Kreis Viersen liegt als Landkreis an der niederländischen Grenze zwischen den Städten Venlo und Düsseldorf. Bereits 2017 ist die Entscheidung gefallen den Neubaus des Kreisarchivs strategisch für eine Wiederverwendung der enthaltenden Stoffe zu gestalten. Um eine konsequente Wiederverwendung der in seinen Gebäuden gebundenen Materialien umzusetzen, setzt der Kreis Viersen auf digitale Arbeitsmethoden. Damit zeigt der Kreis Viersen, das BIM und die bereits von der EU forcierte „Circular Economy“ nicht erst Themen der Zukunft sind.

Über Madaster

Madaster ist die globale Online-Plattform, die den zirkulären Einsatz von Produkten und Materialien in der Bauwirtschaft ermöglicht. Die Madaster-Plattform bietet Immobilieneigentümern und anderen Stakeholdern die Möglichkeit, Daten ihrer Immobilien zu speichern, zu verwalten, anzureichern und auszutauschen. Madaster verarbeitet automatisch IFC-Dateien (BIM-Software) und reichert diese mit Daten aus anderen öffentlichen und nicht-öffentlichen Quellen an. Madaster schafft Transparenz über Materialwerte durch die Erstellung von Materialpässen. Die Plattform generiert Einblicke in die finanzielle Bewertung, den gebundenen Kohlenstoff, die Toxizität und das Wiederverwendungspotenzial der verwendeten Materialien, Komponenten und Produkte. Die Datensicherheit, der Datenschutz und die Verfügbarkeit werden von einer unabhängigen Stelle, der Stichting Madaster Foundation, überwacht.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Madaster Germany GmbH, Dr. Patrick Bergmann, media@madaster.de, +49 (0)172 76 95 009, www.madaster.de.

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HBN Best-Practice-Besuch: Das neue Kreisarchiv Viersen wird gesund und nachhaltig gebaut

Wie wird gesundes Bauen in der Praxis angewendet? Das zeigte das Healthy Building Network bei einem weiteren Best-Practice-Besuch im Rahmen von HBN on tour. Rund 100 Vertreter aus der Baubranche von Architekt bis Zimmermann nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort das kurz vor der Fertigstellung stehende neue Archiv des Kreises Viersen anzusehen und sich über Holzkonstruktionen, Lehmbaustoffe und Heizen mit Eis zu informieren.

„Das Gebäude, seit 20217 geplant, wird nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung gebaut“, betonte Landrat Dr. Andreas Coenen bei der Baustellenführung. Die öffentliche Hand als wichtiger Bauträger habe eine Vorbildfunktion und zeige mit dem Bau des Kreisarchivs, dass es möglich sei, gesund, nachhaltig und zu bauen. „Dieses Gebäude verbraucht kein Gas, nicht einmal Pellets“, sagte der Landrat.

Energetisch versorgt wird das neue Kreisarchiv mit einer Kombination aus Kraftdach, Eisspeicher und Brunnenanlage, erläuterte Architekt Bernd Volkenannt. Er listete die besonderen Anforderungen an ein Archiv auf: kontinuierliche Temperatur, konstanten Feuchtigkeitsgehalt, schwere Lasten. Zudem, so Volkenannt, galt es, gute Arbeitsplätze zu schaffen, die Prozesse zu optimieren und die Wahrnehmung des Archivs in der Öffentlichkeit zu verbessern.

Die künftigen Besucher können sich über ein lichtdurchflutetes Erdgeschoss mit Foyer, Café und Lesesaal freuen. Den eigentlichen Mittelpunkt des Gebäudes bildet aber ein massiver viergeschossiger, fensterloser Magazinkubus, eine Art Wehrturm („Berfes“), dessen Klinker aus einem Fabrikabbruch aus der Region stammen. Hier werden künftig die eigentlichen Archivalien aufgehoben.

Verwendet wurde für das Archiv viel Holz, die Innenwände wurden als Lehm-Trockenbau errichtet. Für den rauen Gussasphaltboden wurde Recyclingmaterial verwendet. Der erste Spatenstich fand im Januar 2020 statt, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2022 geplant.

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Kreis Viersen ist Praxispartner des Forschungsprojektes „MobiDik“

Der Kreis Viersen beteiligt sich als Praxispartner am Projekt „Entwicklung einer Mobilen und Digital vernetzten Lernfabrik im Handwerk 4.0“ (MobiDik), das es sich zum Ziel gesetzt hat, Kompetenzen für digitale Arbeitsmethoden in das Handwerk zu bringen. Es entsteht im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein Konzept, das zeigt, wie relevante Fähigkeiten in der Realität des Arbeitsalltags des Handwerks etwa auf einer Baustelleerlernet werden können. Das Projekt wird vom BMBF gefördert.

 Neben dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und der Kreishandwerkerschaft Soest ist auch der Kreis Viersen Praxispartner für dieses Forschungsprojekt. Dadurch werden auch kleinere Organisation mit deren meist kleineren, ausführenden Unternehmen und dazugehörigen Anforderungen in diesem Projekt berücksichtigt. Der starke Fokus auf die Einsparung von Ressourcen im Forschungsprojekt erzeugt eine große Schnittmenge zu der Zielsetzung des Kreises in seinen Bauprojekten. Zum Einstieg des Kreises Viersen in das Forschungsprojekt hat die Forschungsgruppe des Projektes MobiDik im Anschluss eines Workshops auch gleich das Kreisarchiv in Viersen besichtigt.

Im Rahmen des Projekts hat sich ein interdisziplinäres Team gebildet, das seine jeweilige Expertise in verschiedenen Arbeitspaketen einbringt. Neben dem didaktischen Konzept wird auch ein mobiler Lernraum sowie die erforderlicher Hard- und Software aufeinander abgestimmt (durchgeführt von mpool consulting GmbH). Um den Anforderungen auf der Baustelle gerecht zu werden, werden Anwendungsfälle für die Nutzung von Augmented Reality entwickelt (RIF Institut für Forschung und Transfer e.V.). Die für den Bau erforderlichen Daten sollen in einer gemeinsamen Datenumgebung mit Hilfe einer auf der Blockchain basierenden Technologie gesammelt und nutzbar gemacht werden (NUCE Consulting GmbH). So soll die BIM-Methode und die darin gängige Verwendung von Kommentaren in den Gebäudemodellen auch auf die Mobiltelefone der Handwerker und somit auf die Baustellen gebracht werden. Dies soll helfen, mangelhafte Ausführung frühzeitig zu vermeiden. Durch Baumängel entstehen jedes Jahr etwa 11 Mrd. Euro Schaden und es entfallen etwa 7 Prozent (14 Mio. Tonnen) der Baustellenabfälle auf Falschlieferungen, Zerstörung oder andere Mängel. Mit Hilfe dieser Daten sollen neben der Verbesserung der Ausführungsqualität auch die organisatorischen Prozesse im Handwerk unterstützt werden (IGA mbH). Denn nur etwa 30 Prozent der Arbeitszeit gehen Handwerker derzeit überhaupt ihrer eigentlichen Tätigkeit nach. Ein Großteil der Arbeitszeit wird für z.B. Materialtransporte, Einkauf, Absprachen oder auch der Abrechnung der Bauleistungen aufgewendet.

Weitere Anwendungsfälle, welche im Rahmen des Forschungsprojektes in der gemeinsamen Datenumgebung integriert werden sollen, ist die modellgestützte Ökobilanzierung (ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH). Zudem entsteht ein Umweltrechtskonformitätsassistent durch die Circular Building UG, der während der Planung und des Betriebs dabei unterstützt die umweltrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

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3. C2C Congress in Mönchengladbach

Am 4. November fand in Mönchengladbach der 3. Cradle to Cradle Congress 2021 statt. Thematische Schwerpunkte der letzten Etappe in der Kaiser-Friedrich-Halle waren insbesondere die städtische und regionale Entwicklung und der Beitrag der kommunalen Akteure zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle.

Rund 150 Teilnehmende vor Ort sowie etwa 200 Teilnehmende im Live-Stream nahmen an der Veranstaltung teil, die auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Svenja Schulze stand. Neben Berichten zu ersten Erfahrungen und Erfolgen berichteten Unternehmen und Kommunen von Bauprojekten, aber auch zum Vorgehen C2C-gerechter Beschaffung von beispielsweise Schreibwaren und Verbrauchsgütern oder der Ausschreibung von Reinigungsleistung.

Im Rahmen des Kongresses stellte die Gastgeberin, die Cradle to Cradle NGO, auch die in einem zweijährigen Prozesse erarbeitete HandreichungC2C im Bau: Orientierung für Kommunen“ vor. Gemeinsam mit der NORDAKADEMIE hat die C2C NGO die Inhalte konzeptioniert und unter Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Autoren und fachlich Mitwirkender die wichtigsten Informationen zu diesem Thema Zusammengetragen. Die Besonderheit dieser Publikation ist die Veröffentlichung in Form einer Internetpräsenz, die so den Leserinnen und Lesern einen leichten Zugang zu dem Gebiet und den anstehenden Aufgaben ermöglicht. Der Leitfaden soll künftig stetig weiterentwickelt werden. Zu finden ist die Handreichung unter: www.C2C-bau.org

„Die kommunalen Gebietskörperschaften können als Bauherr, Genehmigungsbehörde und in der Stadtplanung die notwendige Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle vorantreiben“, weiß Projektmanagerin Lena Junker von der C2C NGO. „Kommunen sind aber nicht nur in einer Vorbildfunktion, sondern profitieren selbst in urbanen Räumen und vor allem auch in ländlichen Regionen von dem Ansatz C2C. Denn durch den Fokus auf Qualität für eine echte Kreislaufführung schon beim Design von Produkten anstatt, dass über ein Recycling erst nach ihrer Nutzung nachgedacht wird, wird die hochwertige Wiederverwendung von Ressourcen ermöglicht. Dies entkoppelt das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch und wertet die Lebensräume der Bevölkerung auf. Daher haben wir auch das Netzwerk Cradle to Cradle Regionen gegründet“, ergänzt Lorena Zangl, Referatsleiterin für Kommunale Entwicklung bei der C2C NGO.

 „Dieses Engagement ist absolut begrüßenswert und im Rahmen dieser sehr gelungenen Veranstaltung gleichsam erfrischend“, lobt Jan van der Fels, BIM-Manager beim Kreis Viersen und ergänzt: „Sehr gerne habe ich daher stellvertretend für den Kreis Viersen bei der Handreichung für die Kommunen mitgewirkt und schätze die gegenseitige Unterstützung.“

 

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Kommunal betreiben mit BIM: Dritte BIM-Konferenz richtet sich an Hersteller und Firmen

Nachhaltige Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und zirkuläres Wirtschaften: Das waren die beherrschenden Themen der dritten Konferenz „Kommunal betreiben mit BIM – Digital und nachhaltig“, die der Kreis Viersen am 9. Dezember ausrichtete. Der Fachtag richtete sich thematisch an Hersteller und ausführende Firmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten die Tagung per Livestream verfolgen.

Building Information Modeling – kurz „BIM“ – ist ein Verfahren, das die Planungsphase des Bauens verbessert. Innerhalb der BIM-Methode werden alle relevanten Bauwerksdaten digital erfasst, modelliert und kombiniert. Alle Fachplaner erstellen dazu Informationsmodelle, welche für die Koordination und Integration in nur einem Modell überlagert werden. Durch die strukturierte Erfassung aller relevanten Informationen entsteht ein „digitaler Zwilling“ des Gebäudes, der über den Bau hinaus auch für den Gebäudebetrieb nutzbar ist.

Aktuell plant und baut der Kreis Viersen mehrere Gebäude unter Anwendung der BIM-Methode und den Maßgaben des zirkulären Bauens. Dazu gehören neben dem geplanten Neubau eines Straßenverkehrsamtes und einer Förderschule auch das zurzeit im Bau befindliche Kreisarchiv. Das Gebäude verwendet unter anderem erdberührte Dämmung und speichert thermische Energie in Kombination mit Wärmepumpen und Photovoltaik. Eine Holzkonstruktion sorgt für CO2-Bindung und steht als Langzeitspeicher für Wärme und Feuchtigkeit zur Verfügung. Die Fassade besteht aus gebrauchten Ziegeln.

Bei der zirkulären Wertschöpfung müssen die verwendeten Produkte im Hinblick auf Energieaufwand und CO2-Ausstoß kreislauffähig sein und das Gebäude von der Planung über Bau und Betrieb betrachtet werden. „Dabei müssen auch die Kosten für den Lebenszyklus in den Blick genommen werden. Betriebs- und Nutzungskosten betragen das acht- bis neunfache der Baukosten.“ Jan van der Fels, BIM-Manager beim Kreis Viersen

Eine Modellrechnung der Lebenszykluskosten bei konsequenter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und zirkulärer Wertschöpfung zeigt: Im Vergleich zu Bauprojekten mit herkömmlicher Bauweise und Baukosten in Höhe von 15 Millionen Euro, können mit den genannten Faktoren bis zu sieben Millionen Euro eingespart werden.

Im Rahmen der Konferenz kamen unterschiedliche Experten zu Wort. Die Baubranche verbrauche in Deutschland rund 60 Prozent aller Ressourcen und verursache gleichzeitig etwa 60 Prozent des gesamten Abfallaufkommens. Darauf verwies der Diplom-Ingenieur Dirk Klöpper vom IBB Westfalen, ein An-Institut der Fachhochschule Münster, in seinem Beitrag. „Mit Hilfe von BIM kann die Ressourceneffizienz durch eine lückenlose Dokumentation entlang des Lebenszyklus von Materialien, Konstruktionen, Schadstoffen und Veränderungen gesteuert werden“, so Klöpper.

Der Beitrag des Sachverständigen Diplom Ingenieurs Hans-Peter T. Dahlheimer widmete sich unter anderem der digitalen Bestandsaufnahme und Dokumentation von zu begutachtenden Gebäuden. In Zusammenarbeit mit Diplom Ingenieur Milos Mikasinovic von NUCE Digital Dynamics und Thomas Godau von PLANxD zeigte Dahlheimer anhand eines Querschnittmodells einer Mühle beispielhaft auf, welche Rohstoffe oder Maße dem Gebäude zu Grunde liegen. Die Daten eines Scans und eines Drohnenflugs ermöglichen in diesem Fall die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses und dienen als Grundlage für die spätere Sanierung.

Tim Schäfer von der Firma P&Z mit Sitz in Viersen setzt sich mit Nachdruck für das Recycling und die Wiederverwertbarkeit von Ressourcen ein. In seinem Impulsvortrag plädierte Schäfer unter anderem für die Schließung der Stoffkreisläufe, die Nutzung von regenerativen Energien und anderen wiederverwertbaren Materialien.

Dass die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Digitalisierungswelle auch vor dem Handwerk nicht Halt macht, beweist Nils Koch to Krax. Er stellte das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk als Teil der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ vor. Verschiedene Module bieten Handwerksunternehmen dort Entscheidungsgrundlagen an, zum Beispiel durch Strategieworkshops. Darüber hinaus stellte Koch to Krax den „DigII_Campus – Das Bauhandwerk der Zukunft“ vor, der Azubis die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und soziale Kompetenzen mit Veranstaltungen, Workshops, Prozessschulungen und Begleitung näherbringen will.

VonPressestelle

Video zur 2. BIM-Konferenz des Kreises Viersen

Gerne denken wir an die zweite Konferenz zum Thema „Kommunal bauen mit BIM: Digital und Nachhaltig“ zurück, die am 30. September bei uns im Kreishaus in Viersen stattgefunden hat. Ein paar bewegte Impressionen von der Veranstaltung bekommen Sie in diesem Video:

Link zum Film: BIM_2. Konferenz_Kommunal bauen

Viel Spaß!

Mehr Informationen rund um die Konferenz finden Sie in diesem Beitrag:

BIM-Konferenz des Kreises Viersen: Digital Planen und Bauen

VonBenedikt Giesbers

Kreisarchiv nimmt weiter Form an – auch digital

Wer regelmäßig am Ransberg in Viersen vorbeikommt, dem ist der Baufortschritt des neuen Kreisarchives aufgefallen: Das Kellergeschoss ist fertiggestellt – jetzt nehmen die oberen Etagen Konturen an. Wie das fertige Gebäude aussehen wird, zeigt eine neue detailgetreue 3D-Visualisierung. Der Neubau des Kreisarchivs ist voll im Zeitplan. Die Wände des Untergeschosses stehen und die Bodenplatten sind abgedichtet. Auch die Stützen für die erste Etage des zentralen Archivgebäudes wurden errichtet.

„Das Gebäude nimmt immer mehr Form an. In den nächsten Monaten wird rund alle drei Wochen ein neues Geschoss entstehen. Mit dem komplett nachhaltigen und klimafreundlichen Bau beschreiten wir neue Wege. Dass uns das bisher so gut gelingt, ist nur durch die engagierte Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich.“
Landrat Dr. Andreas Coenen

Bis Jahresende erfolgen die letzten Tiefbauarbeiten sowie die Fertigstellung der Fassade, des Klinkers und der Außenhaut. Im Frühjahr 2021 wird abschließend der Außenbereich angelegt. Im nächsten Sommer sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Innenansicht

So wird das neue Kreisarchiv von Innen aussehen.

Schon jetzt geben 3D-Visualisierungen des Neubaus realitätsnahe Einblicke in das fertige Gebäude. Durch die softwarebasierte Simulation von Geometrie, Materialeigenschaften und Belichtung entstehen mittels des sogenannten Architekturrenderings fotoähnliche Bilder. „Über die digitale Modellierung und das Zusammenspiel von Licht und Schatten fängt die Methode die Atmosphäre eines Gebäudes ein – und erweckt so einfache Skizzen und Grundrisse zum Leben“, erklärt Jörg Papenkort, Leiter des Gebäudemanagements Kreis Viersen.

Die 3D-Visualisierungen ergänzen den digitalen und nachhaltigen Ansatz des neuen Kreisarchivs. Um möglichst ressourcenschonend zu bauen, wurde für die Planung und Dokumentation über das das Building Information Modeling (BIM) ein „digitaler Zwillings“ des Gebäudes erstellt. Darüber hinaus entsteht der Neubau nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung: Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft sind alle verwendeten Materialen rückbaubar und wiederzuverwenden.

VonBenedikt Giesbers

BIM-Konferenz des Kreises Viersen: Digital Planen und Bauen

In der letzten Woche fand die zweite Veranstaltung unserer BIM-Reihe im Kreishaus in Viersen statt. Unter dem Motto „Digital Bauen mit BIM: Digital Planen und Bauen“ kamen wir mit Architekten und Mitarbeitern der Planungsbüros zusammen, um uns zum Building Information Modeling auszutauschen. Aufgrund der Corona-Pandemie allerdings mit nur wenigen Gästen bei uns im Kreishaus, dafür aber mit vielen Interessierten per Livestream.

Obwohl die BIM-Methode viele Vorteile hat, sind wir als Kreis Viersen einer der wenigen Vorreiter hinsichtlich der Nutzung. Um einen Erfahrungsaustausch unter den Kommunen sowie die Verbreitung der Methode zu fördern, haben wir eben jene BIM-Reihe ins Leben gerufen. Im Dezember folgt eine dritte Veranstaltung – dieses Mal mit den Herstellern und ausführenden Firmen.

„Wir haben mit BIM durchweg positive Erfahrungen gemacht. Dieses Wissen geben wir gerne weiter. Aktuelle Themen und neue Technologien leben vom Austausch.“ (Landrat Dr. Andreas Coenen)

Innerhalb der BIM-Methode werden alle relevanten Bauwerksdaten digital erfasst, modelliert und kombiniert. Alle Fachplaner erstellen dazu Informationsmodelle, welche für die Koordination und Integration in nur einem Modell überlagert werden. Durch die strukturierte Erfassung aller relevanten Informationen entsteht ein „digitaler Zwilling“ des Gebäudes, der über den Bau hinaus auch für den Gebäudebetrieb nutzbar ist. Mit dem Kreisarchiv entsteht aktuell unser erstes Gebäude, das unter Anwendung dieser Methode geplant wurde.

Nachhaltiges Bauen ist ein zentrales Element unserer Klimastrategie – unter anderem mit dem Ziel, im Jahre 2040 als Kreisverwaltung klimaneutral zu sein.

VonBruno Wesch

Erste Konferenz „Kommunal bauen mit BIM“

 

Erste Konferenz „Kommunal bauen mit BIM – Digital und nachhaltig“

am 26. Februar 2020 im Forum Kreis Viersen

 

Die Moderation und charmante, informative Führung
durch die Gesamtkonferenz übernahm Conny Czymoch.
Conny Czymoch – moderation.mediencoaching.engagement –
ist eine unabhängige und international tätige Moderatorin und Journalistin und im Konferenzthema sehr bewandert.

 

 

Landrat Dr. Coenen verwies in seiner Begrüßung auf die nachhaltige Klimastrategie des Kreises mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040. In diesem Zusammenhang ist BIM ein wichtiger Baustein. Der Kreis Viersen hat sich bei dem Planen und Bauen von öffentlichen Gebäuden dem Building Information Modeling und der zirkulären Wertschöpfung verschrieben. Mit drei Pilotprojekten, zunächst dem bereits im Bau befindlichen Neubau des Kreisarchivs und den in Planung befindlichen Projekten eines Straßenverkehrsamts und einer Förderschule, sammelt der Kreis Viersen Erfahrungen mit der Implementierung von Building Information Modeling (BIM) in kommunaler Verantwortung. Die Pilotprojekte sollen auch die Verantwortlichen in den Kommunen dazu anregen, sich mit einem verantwortungsvollen und damit zukunftsorientierten Umgang mit Ressourcen zu   befassen. „Ohne BIM geht es nicht“ stellte er die Wichtigkeit der Umsetzung von neuen digitalen Prozessen im kommunalen Umfeld dar.

 

Das dieses Thema auch in NRW eine große Rolle spielt, machte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung NRW in ihrer Eröffnungsrede zur Konferenz deutlich. Besonders hob sie die Einzigartigkeit und den Umsetzungswillen des Kreises Viersen hervor, gleich zwei wichtige Themen (BIM / Zirkuläre Wertschöpfung) in NRW nach vorne zu bringen. Wichtig ist eine praktische Umsetzung: „Einfach mal machen“. „Wenn man sich auf neue Wege begibt, darf man auch Fehler machen und daraus lernen“, mit diesen Worten machte sie in Anwesenheit von Landrat Dr. Andreas Coenen den einhundert Teilnehmern Mut. Die geänderten klimatischen Rahmenbedingungen stellen auch eine neue Herausforderung an moderne ressourcenschonende Bauweisen dar. „Wir bauen für den Menschen“ hob sie die Erfüllung von Nutzeranforderungen hervor.

 

 

 

Annette von Hagel, Geschäftsführender Vorstand re!source Stiftung e.V. war eigens aus Berlin angereist um zum Thema „Ohne Dokumentation geht es nicht“ auf die Wichtigkeit einer umfassenden und aussagekräftigen Dokumentation der verbauten Materialien und deren geplanter Wiederverwendung zu referieren.  „Das Bauen an sich muss sich nachhaltig ändern“ mit diesen Worten macht Frau von Hagel auf die Einführung neuer Konzeptionen, aussagekräftigerer Dokumentationen und einer innovativen Produktgestaltung aufmerksam. Bereits im Bestand verbaute Ressourcen müssen besser genutzt werden.

Besonderer Grund ihrer Anreise war auch die persönliche Überreichung der Mitgliedsurkunde der   re!source Stiftung e.V. an Landrat Dr. Coenen. Wie aktuell sich der Kreis Viersen mit diesem Thema befasst, zeigt die Nummer 1 der Mitgliedsurkunde. Durch die Mitwirkung in der Arbeitsgruppe 4 – zum Thema „Dokumentation“ fließen praktische Erfahrungen durch den Kreis in die Stiftungsarbeit ein.

 

 

 

Bruno Wesch, Leiter des Gebäudemanagement Kreis Viersen, erläuterte in seinem Vortrag die wesentlichen Vorteile dieser digitalen Arbeitsmethode. Erst mit dem „Digitalem Zwilling“ virtuell und dann real bauen ist eine wichtige Grundvoraussetzung um Fehler und entsprechende Kostenüberschreitungen zu vermeiden.

„Einfach mal machen! BIM braucht PRAXIS-ANWENDUNG!“ mit diesen Worten unterstreicht er die Notwendigkeit BIM im kommunaler Anwendung. Mit „BIM – Keep it simple“ und „BIM – Kommunal“ möchte Herr Wesch die Konferenzteilnehmer zum kommunalen Austausch motivieren.

 

 

 

In den anschließenden drei runden Tischen konnten sich die Teilnehmer der ausgebuchten Fachtagung über die praktische Anwendung von BIM informieren.

1. Runder Tisch: Hier informierte Jan van der Fels (BIM-Manager, Kreis Viersen) über Planung und Bau des Kreisarchivs. Hierbei stellte er im Detail die gewonnenen Erfahrungen durch den ersten Einsatz der BIM-Methode bei der Planung des Kreisarchives vor. Auch die Vorteile eines 3D-Scan im Bestand wurden seinerseits erläutert.

 

 

2. Runder Tisch: Seine erste BIM – Planung einer kommunalen Immobilie stellte Alexander Döring (plancom GmbH, Elektrotechnik) vor. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat man im laufenden Projekt die Möglichkeiten vom BIM schnell erkannt. Der in den ersten Leistungsphasen höhere Aufwand wird in der weiteren Bearbeitung minimiert, da die Grundlagen bereits einen sehr hohen Detailierungsgrad besitzen. Vorteilhaft war aus seiner Sicht der kooperative Umgang, den er bisher im Projekt erfahren hat.

3. Runder Tisch: Über nachhaltiges Bauen mit BIM im Holzbau informierte Markus Derix (W. u. J. Derix GmbH & Co., Holzleimbau). Wir stellen konstruktive Brettschichtholz-Träger her, die in der Regel für großformatige Dachtragwerke für Hallenkonstruktionen eingesetzt werden. Heute liegt der Produktionsschwerpunkt auf dem Produkt „X-Lam“. Hierunter versteht man großformatige Platten mit denen komplette Gebäude errichtet und die als Wand-, Decken- und Dachplatten genutzt werden können. Die Produktion erfolgt über CNC-Maschinen, die ihre Daten aus den BIM-Modellen erhalten. „Durch den Einsatz von BIM, auch auf Bauherren und Planer Seite, wächst eine kooperative Zusammenarbeit“, sagt Markus Derix „Vorher sehen, was man hinterher bekommt“. Besonderes Augenmerk legt die Firma Derix jedoch auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte und der Produktion, sowie deren Wiederverwendungsmöglichkeit.

 

Bei einer Meinungsumfrage unter den Beteiligten stellte sich z.B. heraus, dass man sich von der Arbeit mit dem „digitalen Zwilling“ vor allem eine Optimierung im Betrieb und eine bessere Dokumentation erwartet. Auf die Frage, was Kommunen daran hindert, mit BIM anzufangen, antworteten 81 Prozent, dass dies an fehlendem Wissen und Personal liege. Die dringendste Aufgabe für den kommunalen Bauherrn sei neben dem Klimaschutz die Betreiberverantwortung.

 

Vor allem – und das zeigten auch die intensiven Gespräche und Diskussionen während der Konferenz, die am 10. Juni 2020 und 30. September 2020 fortgeführt wird – liegt den kommunalen Entscheidern an einem intensiven Erfahrungsaustausch.

An dieser Stelle noch ein besonderer Dank an die Organisation und Betreuung der Fachtagung durch Martina und Michael Schütz (Congress und Presse).

  

Voranmeldungen zu den beiden vorgenannten Fachkonferenz können bereits jetzt unter https://congressundpresse.de/kontakt/ erfolgen.

Impressionen zur ersten BIM – Konferenz finden Sie hier:

Alle Fotos dieses Blogbeitrages  © Henning Angerer

VonBruno Wesch

CAFM und BIM

Seit mehr als 30 Jahren unterstützt Axians Infoma, als eines der führenden Software- und Beratungsunternehmen, öffentliche Verwaltungen erfolgreich in ihrem Handeln auf dem Weg zu Innovation, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Im Dialog mit seinen Kunden entwickelt und realisiert das Unternehmen Themen aus der Praxis für die Praxis. Auch der Kreis Viersen setzt auf diese Expertise.

Die im Kreis Viersen eingesetzte Lösung Liegenschafts- und Gebäudemanagement von Axians Infoma erhält die Informationen aus dem BIM-Modell, sodass die relevanten Daten sofort bereitstehen. Und das ohne aufwändige Recherche in Ordnern und Archiven.

Damit entfällt der bisherige Mehraufwand bei der Beschaffung und Pflege der Bestandsdaten. Zudem gewährleistet der einheitliche Datenbestand effiziente und aussagekräftige Auswertungen über alle Objekte und deren Objektstruktur.

 

Für uns bedeutet die Umsetzung von BIM die Gewissheit, dass sich nachhaltiges Bauen in der Praxis sinnvoll umsetzen lässt. Darauf setzen wir bei dem Neubau unseres Kreisarchivs und erproben Lösungen für die Integration der Systeme und somit einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung.

Nähere Informationen finden Sie hier:

Der Kreis Viersen setzt im Gebäudemanagement auf BIM

Mit der Einführung einer CAD-Anbindung an das Infoma newsystem Liegenschafts- und Gebäudemanagement nehmen wir eine Vorreiterrolle im professionellen Gebäudemanagement ein. Dank der Infoma newsystem Lösung haben wir Zugriff auf die relevanten Daten und können sie entsprechend für interne und externe Zwecke nutzen. Dadurch wird die Grundvoraussetzung für ein transparentes Flächenmanagement geschaffen, aber gleichzeitig durch die Möglichkeit der visuellen Kontrolle der alphanumerischen Daten auch ein wichtiges Controllinginstrument zur Prüfung von Flächendaten.